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Extrablatt
Donnerstag, Februar 12, 2009

Kapitel 12: "Quantenbombe"

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Sonntag, Dezember 21, 2008

Kapitel 9: Tock, tock, Shaft ist da!

Heather blieb einige Augenblicke lang wie erstarrt in der Tür stehen und musterte den groß gewachsenen dunkelhäutigen Mann gründlich von oben bis unten. Er hatte sich in all den Jahren kaum verändert und hätte jetzt immer noch als ein Zwillingsbruder von Shaft durchgehen können. Lediglich waren seine Haare leicht ergraut, seine Kotletten etwas kürzer geworden und ein kleiner Bauchansatz war nun zu erkennen.

„Hallo David, schön dich wiederzusehen.“ begann sie etwas zögerlich, um dann an seiner Miene zu erkennen, dass ihm nicht nach Smalltalk zumute war.

„Heather, wir haben keine Zeit! Du brauchst nichts mitzunehmen. Kleidung, Geld, Papiere bekommst du von uns. Du kennst ja die Prozedur bereits. Und gib mir bitte dein Mobiltelefon.“

In Heather stieg Panik auf, die sie hinunterzuschlucken versuchte. „Heißt das, dass ich vielleicht hierhin nicht zurückkommen werde?“ fragte sie leise, immer noch nach ihrer Stimme suchend.
„Ich würde an deiner Stelle nicht fest damit rechnen.“, entgegnete David, „Aber ich schätze, dass du keine andere Antwort erwartet hast, richtig?“.
Heather nickte nachdenklich und reichte David ihr Mobiltelefon. „Ich muss aber noch kurz ins Bad“, sagte sie, „dann gehöre ich ganz dir“.
„Du willst doch nicht fliehen?“ hörte sie David hinter sich witzeln.
´Nein, fliehen wollte sie nicht´, schoss es Heather durch den Kopf, ´Aber sich vielleicht für immer im Bad einschließen und den Schlüssel die Toilette runterspülen. Einfach wieder Ruhe haben! Nein´.

Zielstrebig ging sie in die hintere Ecke des Badezimmers, öffnete die Abdeckung des Toilettenspülkastens und entnahm dort ein kleines Säckchen, das sie nun öffnete. Zum Vorschein kamen eine goldene Taschenuhr, ein Geschenk, das sie von ihrem Großvater zum 18. Geburtstag bekommen hatte und ein Armband, auf dessen Innenseite ein langes Wort eingraviert war. Beide Gegenstände steckte sie in die Hosentasche ihrer Jeans. Und dann war dort noch ein Ring, den sie einst von Simon zur Verlobung bekommen hatte, kurz bevor sie sich trennen mussten. Simon lebte jetzt in Deutschland, das wusste sie, und hatte wohl auch einen neuen Nachnamen bekommen. Eine neue Identität. Doch von der hatte Heather nie mehr erfahren dürfen. Ob seine Tarnung jetzt auch aufgeflogen war? War er etwa auch in Gefahr? Sie steckte den Ring an den Ringfinger ihrer linken Hand und beschloss David nach Simon zu befragen.

Im Wohnzimmer angekommen bemerkte sie aber, dass David telefonierte:
„Wo bist du…Was? Was ist passiert? Du hast einen Rentner umgebracht? Wo bist du?… Ihr seid auf einem Rasthof an der A9 Richtung München? Wer ist denn IHR… Mit wem bist du unterwegs… Gert Bachinski? Wer ist das? Ministerium für Wirtschaft… und sonst kennst du ihn nicht näher? Hört er gerade zu? Nein? Gut Simon.“
´War das etwa ihr Simon, mit dem David da telefonierte´, überlegte Heather, ´Ja, das war er bestimmt! So aufgebracht wie David wirkte, hatte Simon wieder Mist gebaut. Wie immer´. Heather musste fast schmunzeln, erinnerte sich aber wieder daran, dass Simon wahrscheinlich in Gefahr war.
Dann hörte sie David wieder sagen: „Ruf mich in 2 Stunden wieder an. Bis dahin werde ich schon was rausbekommen haben. Und vielleicht kann ich auch bei den deutschen Behörden etwas erreichen. Aber tu mir einen Gefallen: schalte dein Mobiltelefon aus! Damit bist so schwer zu finden wie ein Traktor im Heuhaufen!“

David legte auf, doch bevor Heather nur ein Wort sagen konnte, hatte er schon eine weitere Nummer in sein Telefon getippt. „Meine Kennung lautet India-Lima-Papa-Seven-Zulu-Yankee-Bravo, bitte verbinden Sie mich mit Peter Brown, Abteilung T71!“. Einige Sekunden vergingen. Dann ging offensichtlich jemand dran, denn David sagte: „Peter, hier ist David Moore. Ich brauche eine Auskunft über einen Gert Bachinski, Wirtschaftsministerium, Deutschland…Erst mal nur das Nötigste. Ja, ich warte.“
Aufgeregt tigerte David durchs Zimmer und raufte sich so heftig die Kopfhaut, dass Heather sich nicht traute, ihn anzusprechen. Stattdessen riskierte sie noch einen letzten Blick auf ihre Rosen. Ah, ihre Rosen, wie sehr würden sie ihr fehlen.
„Ja? Bin noch dran!“ hörte sie David sagen „Gert Bachinski… Alter 42… Ja… Verstehe… Abteilungsleiter… Ja… Was? Heute früh tot aufgefunden worden? Berlin, Riemenschneiderweg? Wie kann das sein? Bist du sicher? Kannst du mir alles darüber per Email schicken. Danke Peter!“. David legte auf.

Erst jetzt bemerkte Heather, dass er totenbleich war. So etwas hatte sie bei einem farbigen Mann noch nie gesehen. „Simon“ stammelte er „Simon ist in größter Gefahr! Er ist mit den falschen Leuten unterwegs. Ich schätze, er wurde bereits gecacht… Vielleicht kann ich ihn noch auf dem Mobiltelefon erreichen…“

Doch das hatte Simon zu dem Zeitpunkt bereits ausgeschaltet…

4 Kommentare:

  1. Hallo Tommi,

    schön die Verbindung zu Simon hergestellt, so dass wir eigentlich trotzdem nur 2 Handlungsstränge haben, wobei sich einer um wenige Personen erweitert hat. Mir hat auch gefallen, wie trotz der neuen Personen und dem anderen Handlungsort die Geschichte bei Simon vorangetrieben werden kann.
    Da ich ja eine Runde aussetze, ist jetzt wieder Deine Schwester dran, dann Paule und dann ich, oder ?
    So oder so , muss ich nochmal alles von Anfang an lesen, denn langsam wirds kompliziert ;-)
    Gruß,
    michbö

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  2. Mich hat es zwar in den Fingern gejuckt, trotzdem hab ich erst mal von Walter die Finger gelassen. Aber nächstes Mal wenn ich schreibe, ist er fällig! :-D

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  3. Sehr gut, genau so, wie ich mir es vorgestellt hatte! Genau in die Richtung sollte das ganze gehen :-)
    Dann berarbeiten wir mal Edda, dass sie wieder in die Tasten haut

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  4. Hi Tom, eine tolle Geschichte! Respekt... Da du sich so gerne mit Walter beschäftigen möchtest (ha, ha, ha...) überlasse ich dir das Feld, bzw. auch Paule oder Michbö. Ich werde mich diesmal vieleicht Heather widmen? Mal sehen. Ich freue mich darauf und hoffe, dass ich nach den Feiertagen ein wenig Zeit finde, um zu schreiben.

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