____________________________________________________________________

Extrablatt
Donnerstag, Februar 12, 2009

Kapitel 12: "Quantenbombe"

hier klicken!
____________________________________________________________________

Montag, November 10, 2008

Kapitel 7: Täuschung

Das Feuer, das im Kamin seines Wohnzimmers loderte, sandte wollige Wellen über Walters kalte Haut.
Aber er schien die Hitze nicht zu spüren. Die Falten, die sich in sein fahles Gesicht kerbten, wurden immer tiefer und seine Augen starrer. Er wusste nicht, wie viel Zeit seit diesem Ereignis, das sein Leben aus den Fugen brachte, verstrichen war. Eine Stunde, zwei? Oder fünf?
Draußen war es längst dunkel und die Sterne brannten klein und kalt am Himmel.
Walters Verstand war immer noch wie benebelt. Die Tatkraft, die er noch vor Kurzen verspürte, versickerte nun gänzlich ungenutzt und ließ ihn leer und ausgebrannt zurück.
Nur verschwommen nahm er ab und zu wahr, wie Youseff sich leise ins Zimmer schlich, ein wenig im Feuer herumstocherte und ein paar Holzstücke nachlegte.

Ein Stück Holz zischte plötzlich im Feuer und ließ Walter zusammenzucken und aus der Trance erwachen, die ihn umfangen hatte. Irgendwo aus dem Sprudel seiner Ängste, tauchte ein einzelner Gedanke auf. Er wurde verraten! Ausgenutzt und ausspioniert! Auf einmal waren die Bilder des vergangenen Abends wieder da und vor seinem geistigen Auge spielte sich die Szene nochmals ab.

Walter hatte seine Rede nicht mal zu Ende bringen und im vollem Umfang von seiner Entdeckung und seinen Visionen berichten können, als er merkte, dass um ihn herum Kopfschütteln und Geflüster losgingen. Zunächst versuchte er sich daran nicht zu stören und die aufkommende Unruhe zu ignorieren. Doch dann wagte der Mann neben ihm, ihm das Wort abzuschneiden.
„Bitte, genug davon!“, sagte er in einem herrischen Ton und befahl ihm mit einer ungeduldigen Geste zu schweigen. Walter sah völlig verblüfft auf. Er fühlte sich so, als hätte man ihm mit voller Wucht einen Schlag ins Gesicht verpasst.
„Meine Herrschaften, wir haben genug gehört“, fügte er schnell hinzu. Dabei erhob er sich von seinem Stuhl und glättete sich mit der Handfläche seine dunkle Kapuze auf dem Kopf.
Und dann fuhr er ohne Umschweife fort:„Ihre Forschungsergebnisse sind uns allen bekannt, Herr Professor Schulte. Wir wurden darüber informiert. Dafür zollt Ihnen unser aller Respekt, da Sie Ihre Aufgabe mit Bravour erfüllt haben. Ihre weiteren Pläne sind jedoch unannehmbar.“
Die Versammelten applaudierten.
Für einen kurzen Moment hatte es Walter die Sprache verschlagen. Er geriet ins Wanken und fragte sich, wem der Applaus gegolten hat. Ihm für seine Forschung? Oder diesem Mann, dessen Name er nicht mal kannte?

Bevor Walter noch seine Gedanken sammeln konnte, um zu kontern, sprach dieser schon weiter: „Sie wollen die Welt retten? Sie möchten das allgegenwärtige Wissen des Universums allen zugänglich machen? Und Sie möchten tatsächlich, uns davon überzeugen, dass Sie der Richtige sind, um uns alle zu führen?“ Während er sprach, ließ er eine Menge Spott in seiner Stimme mitklingeln. Der Mann begann in dem großen Saal auf und ab zu gehen. Die Augen der am Tisch Versammelten folgten ihm bedächtig.
Warum widersprach ihm niemand, wunderte sich Walter. Warum war es der Gemeinschaft nicht wichtig, ihr Wissen einzusetzen? Und woher kannten diese Menschen vorher schon seine Pläne?
Und dann mischte sich doch noch ein weiteres Mitglied des Geheimbundes ein:
„Herr Professor Schulte, Sie haben doch nicht ernsthaft geglaubt, dass Sie uns vorschreiben können, was zu tun ist!“ Der Mann hüstelte gedämpft. Es hörte sich an, ob er sein Lachen mit einem Hustenanfall kaschieren wollte.
Walter schaute sich entsetzt um und gewann plötzlich den Eindruck, dass alle hier Versammelten sich über ihn lustig machten.
Das hatte er nicht verdient. Das war wirklich zu viel für ihn.
Plötzlich schien eine geballte Ladung aus Wut in seinem Innerem zu explodieren. Er glühte vor Zorn. Schweiß brach unter seinen Handflächen und im Nacken aus.
Und dann brauste er auf: „Was geht hier vor? Was fällt Ihnen ein! Ich lasse es nicht zu, dass Sie mich so behandeln! Ich habe gezeigt, wie genial ich bin und verlange Anerkennung!“.
Nach diesen Worten herrschte für einen Augenblick eine vollkommende Stille.
„Verlassen Sie auf der Stelle diesen Raum!“, ertönte plötzlich eine schneidende Stimme. „Sie sind nicht würdig, unter uns zu sein!“ Die Stimme gehörte einem Mann, der ihm gegenüber am anderem Tischende saß. Der Unterton klang bedrohlich und ließ keinen Widerspruch zu. Der Mann erhob sich mit ruckartiger Bewegung und zeigte mit der Hand in Richtung des Ausgangs. Alle anderen standen ebenfalls auf und warteten, was nun passieren würde.
Gedemütigt wandte sich Walter ab und verließ das Arbeitskabinett.

Diese Szene würde Walter am liebsten für immer aus seinem Gedächtnis auslöschen. Jeder Gedanke daran schnitt ihm erneut ins Herz und löste einen Schmerz aus, der heftiger war, als andere, was er zuvor hatte ertragen müssen.

Und nun saß er da und wusste nicht, was auf ihn zukommen wird. Was war mit seinen großartigen Plänen und Träumen?
Er hatte Angst. „Wird man mich aus der Gemeinschaft ausschließen?“, fragte er sich.
„Werde ich noch überhaupt die Weihe erhalten? Werde ich dieses Haus verlieren, all die schönen Werke nie wieder zu Gesicht bekommen und lesen dürfen? Aber will ich unter diesen Umständen noch zu diesen Leute gehören? Könnte ich tatsächlich meinen Lebenstraum vergessen und für immer begraben?„
Verzweifelt vergrub Walter sein Gesicht in den Händen.
„Das darf nicht passieren“, wiederholte er ständig in Gedanken, als müsste er sich selbst noch davon überzeugen. „Es ist meine geniale Forschung, die so erfolgversprechend ist. Dafür hatte ich gelebt, für diese Idee hatte er auf so vieles verzichtet. Was habe ich bloß falsch gemacht? Wie konnte man mich so täuschen?“
So viele wilde Gedanken rasten Walter durch den Kopf. Aber eins wurde ihm dabei bewusst. Er würde nie aufgeben!
Er hat sich nie davon abbringen lassen, weiter zu forschen. Auch damals nicht, als das CIA ihm einen neuen Nachnamen verpasste und ihm die Stelle bei C.E.R.N. besorgte. Nur aufgrund seiner hervorragender Beziehungen durfte er als Einziger von seinem ehemaligen Team noch als Physiker weiter arbeiten. Von seinem Informanten hatte er erfahren, dass es seine früheren Kollegen schlimmer erwischt hatte. Einer von ihnen war inzwischen ein ziemlich schlechter Journalist geworden, einer sogar ein Koch, und eine Kollegin, die früher eine der klügsten Köpfe auf ihrem Gebiet war, musste sich jetzt tatsächlich mit Blumenzüchten abgeben. Was für eine Verschwendung und Schande!
Aber Walter könnte nicht resignieren und für immer schweigen! Er war kein Feigling
Er musste an sein Vorbild, den Philosophen Al- Kindi denken. Dieser war auch nicht zum Schweigen zu bringen..
Dieses Wissen gab dem verzweifelten Mann neue Kraft.
Mit einem Schlag war die Lethargie der letzten Stunden verschwunden. Trotz der tiefen Müdigkeit fingen seine Augen wieder fiebrig zu glänzen. Ein neuer hoffnungsvoller Gedanke formte sich in seinem Verstand. Walter hatte einen Plan, einen, der noch nicht ganz ausgekoren war, aber es war zumindest schon ein neuer Anfang. Er wusste, dass er behutsam vorgehen muss, aber er würde es schaffen.
Allerdings regte sich neben diesem Ehrgeiz in dieser Nacht noch ein anderes Gefühl in ihm. Es war Hass, harter, schonungsloser Hass eines tief enttäuschten Mannes.


Edda

7 Kommentare:

  1. @Edda
    Schön. Und was für eine Wendung! Irgendwie erlebt unser Walter eine kleine Metamorphose. In Kap. 2 ist er noch ein einfacher Mitarbeiter, der vielleicht "irre" Pläne schmiedet. In Kap. 3 ist er eine Art Gott und jetzt der Oberlooser!
    Mal schauen, was zukünftig was ihm wird...

    Da wir uns darauf geeinigt haben, dass wir uns gegenseitig Tipps geben, die man als Autor berücksichtigen kann (oder auch nicht) will ich das hier erstmalig anfangen. Und wie gesagt - nicht sauer sein ;-)

    Edda schrieb: "Draußen war es längst dunkel und die Sterne brannten klein und kalt am Himmel."

    Vor meinem geistigen Auge saß der gute Mann tief unter der Erde. Mehrere Stockwerke unter der Erde. Die Frage, die sich mir stellte war, wie er die Sterne sehen konnte. Es sei denn, dass er sich nun an einem anderen Ort befand, aber dann fände ich es gut, wenn man es dazu schreiben würde.

    Edda schrieb: "Unter seiner Leitung wurde aus diesem altem Weingut das Zentrum des Geheimbundes."

    In Kap. 2 befand sich Walter in Cern in seinem Büro. Von da aus gelangte er in den geheimen Raum, mehrere Stockwerke unter dem Büro. Ist also Cern auf einem Weingut gebaut worden?

    Edda schrieb: "Er schätzte sie auf ca. Mitte dreißig."

    Ich würde von einem Großmeister einer Geheimorganisation erwarten, dass er alle Mitgliedergenau kennt. Ihre Vorlieben, ihr Alter und ganz viele andere Details. Und wenn die neu eintreten würde ich erwarten, dass er sie auf Herz und Nieren prüft. Es sind ja anscheinend auch nicht unwichtige Personen. Ich würde also eher eine Formulierung empfehlen wie "...ganz schön dreist mit Ihren 34 Jahren und 2 Monaten"

    Edda: "Er hatte Angst. Wird man ihn aus der Gemeinschaft ausschließen?"

    Er ist doch der Chef. Der Meister. Er darf doch keine Angst haben vor einer Mittdreißigerin! Ich stell mir dabei den Berlusconi vor, wie er vor vielen Regierungssprechern eine Rede hält und von einer jungen Frau unterbrochen wird. Er müsste sie doch rhetorisch niederschmettern. Wenn er das nicht kann - wie ist er an die Spitze der Organisation geraten. Und vor allem - was hat er schlimmes getan, dass er abgesetzt werden soll?

    Sprachlich hab ich nichts auszusetzen. Gut und interessant geschrieben. Und recht blumig/detailreich. Das ist wohl auch so dein Markenzeichen. Ich finde es gut, dass du an Bord bist!

    AntwortenLöschen
  2. Schönes Kapitel ! Schreibtechnisch bist Du uns um Längen voraus. Super Formulierungen und flüssig zu lesen.
    Ich muss mich allerdings Tom anschliessen, dass ich die Erwähnung mit dem Weingut nicht nachvollziehen konnte. Ich deute das Ganze jetzt mal so, dass sich Walter nach dem Abend nach Hause begeben hat. Man vor dort den Nachthimmel geniessen kann und sein Haus auf dem Grund des ehemaligen Weingutes steht. Wenn dort allerdings das Zentrum des Geheimbundes ist, kann Walter im 3. Kapitel aus seinem Büro im CERN nicht einfach nur die Treppe hinunter gegangen sein. Da ist irgendwo ein Fehler, den wir korrigieren sollten.

    AntwortenLöschen
  3. "Da ist irgendwo ein Fehler, den wir korrigieren sollten."
    Da stimme ich Michbö zu. Da die Korrektur aber nur in Kap. 2, 3 oder 7 erfolgen kann, solltet Ihr (Edda und Michbö) Euch untereinander einigen.

    Das nächste Kap. schreibt Paule.

    AntwortenLöschen
  4. Hi Tommes und Michbö

    ich danke Euch zunächst für die Kritik.
    Ich finde es sehr gut, wenn man Feedback bekommt.

    Es ist echt interessant, was Ihr schreibt. Vor allem habt Ihr beide vollkommen Recht bei dem Einwand, dass irgendwo ein Verständnisfehler ist,insbesondere dann, wenn man annimmt, dass Walter sich im Kapitel 2 in seinem Büro in Cern befindet.
    Ich habe nämlich angenommen, dass er am späten Abend in seinem Büro zu Hause arbeitet und gar nicht mehr an seinem Arbeitsplatz in Cern ist... Ich habe nochmal mir das 2. Kapitel durchgelesen. Abgesehen von der Überschrift, die sich auch nur theoretisch auf seine Arbeit beziehen könnte, steht doch nirgendswo, dass er noch in der Firma ist. (Meine Annahme liegt wahrscheinlich daran, dass ich Beamtin bin und mir nicht vorstellen kann, noch am späten Abend in meinem Büro im Amt zu arbeiten und dabei noch einen guten, teuren Wein zu trinken...)
    Wenn ich geglaubt hätte, dass Walter an diesem späten Abend noch in Cern arbeitet, dann hätte ich doch nie als Treffpunkt des Geheimbundes die "Katakomben" von Cern gewählt. Cern ist ein Sicherheitstrakt, in dem geheime Treffen nie möglich und sehr, sehr unrealistisch wären.
    Und dann hätte dort sein "Diener" Youseff auch nichs zu suchen gehabt.

    Ich schlage daher vor, dass ich den Anfang des 3. Kapitels: "Treffen" abändere und deutlich mache, dass Waler nun in einem Haus auf einem ehemaligen Weingut in irgendeinem Vorort von Genf ist.

    Und nun zur Kritik von Tommes

    1. Tommes schreibt: Walter erlebt eine Metamorphose, weil er im Kap.1 ein einfacher Mitarbeiter ist, im Kap. 3 eine Art Gott und im Kap. 7 ein Oberlooser...

    Aus dem 1. Kap. geht es nicht hervor, dass er nur ein einfacher Arbeiter ist. Da steht nur, dass er ein kleines Büro hat und viel arbeitet. Vielmehr geht es daraus hervor, dass er sehr viel Geld hat und gar nicht weiß, wie er das ausgeben soll. Deutet das auf einen einfachen Arbeiter hin? Ich habe mir dabei etwas anderes vorgestellt...

    Im Kap. 3. wird nur beschrieben, dass Walter sich fast wie zukünftiger "Gott" fühlt.
    Das ist aber nur seine subjektive Vorstellung, die von niemanden geteilt wird. Es weißt doch zu diesem Zeitpunkt niemand, dass Walter etwas Großartiges entdeckt hat, mit dem er die Welt verändern will....
    In meiner Vorstellung ist Walter ein Vorgesetzter eines kleine Teams von Physikern in Cern, die zusammen, wie Michbö auch beschrieben hat, an dem Teichenbeschleuniger LHC arbeiten. Er und seine Kollegen haben nun eine Entdeckung gemacht, die evt. mit der Entstehung des Universums, mit dem Urknall, zu tun haben könnte. Dies hat aber nichts mit "der Entdeckung" von Walter zu tun. Er, der sich zuvor Jahrzehne lang mit Astronomie und Philosophie beschäftigt hattte, sieht viel Bedutsameres dahinter.. (Ich verrate nicht, was mir vorschwebt, weil ich die Handlung nicht beeinflussen möchte...) Deswegen verachtet Walter auch seine Kollegen!Sein Team hatte in meiner Phantasie auch nichs mit den Mitgliedern des Geheimbundes zu tun. Seine Arbeitskollegen kannten doch gar nicht die wahre Identität von Walter ...

    Walter arbeitet also in seinem Arbeitskabinett in seinem Haus an etwas anderem.
    Also nochmals zum Ursprung meines Gedankens. Walter wird nicht in meinem Kapitel als eine Art Gott dargestellt, er fühlt sich nur so und das hat nichts damit zu tun, wie ihn andere sehen.

    Er ist in meinem letzten Kapitel meiner Meinung kein Oberlooser, denn er war nie ein Gewinner, er war nie ein Großmeißter! (Man könnte das nur wegen der tiefen Verbeugung bei der Begrüßung denken, aber das kann doch auch nur ein Rituall sein. Er hat zwar einen "Diener", aber das bedeutet nicht, dass Walter Großmeister ist. Der Diener könnte sein Helfer sein, jemand, der dafür bezahlt wird, Walter zu kontrollieren oder auszuspioniern? Es gibt viele Möglichkeiten im Leben vom Walter...

    2. Tommes schreibt: Der Gute befand sich ganz tief unten und konnte keine Sterne sehen.

    Aber er war vor meinem geistigen Auge nicht mehr unten.Er war in seinem gemütlichem Wohnzimmer vor einem Kamin. Es sind doch schon Stunden nach dem Treffen vergangen. Warum sollte er da immer noch sitzen? In dem großem Arbeitskabinett gab es doch gar kein Kamin. Nur Kerzen... (Außerdem wäre doch Feuerchen im Kamin schlecht für die wertvollen Bücher in seiner Sammlung...)
    Um Verwirrungen zu vermeiden werde ich aber am Anfang des Kapitels 7 beifügen, dass Walter das Arbeitskabinett längst verlassen hatte.

    3. Tommes schreibt: Unter seiner Leitung wurde aus dem alten Weingut das Zentrum des Geheimbundes.

    Dazu habe ich schon die Erklärung oben abgegeben.
    Außerdem habe ich in meiner ursprünglichen Fassung des Kapitel 7 aufgeschrieben, dass Walter von einer anderen mächtigen Person die Aufgabe übertragen bekommen hat, dort das Zentrum zu entrichten. ich habe ursprünglich viel mehr dazu geschrieben, aber da mein Text die vorgeschriebene Länge von zwei Seiten überschritten hat, dies wieder gestrichen.
    Das Walter die Leitung zur Einrichtung des Zentrums hatte, hatte noch lange nicht zu bedeuten, dass er ein Großmeister war, wie Tommes annimmt.
    Das wäre doch viel zu einfach gewesen!
    In meinem Lebensplan von Walter war er nicht die regierende Gewalt (nicht Berlusconi!), sondern eher die ausführende Gewalt (kein Großmeister, sondern eher Hausmeister..)
    Aber Spaß beiseite.
    Walter Schulte ist, wie Du schon in einem Deiner Kommentare erkannt hast, im Grund ein kleines Würstchen, der für irgendetwas nur gebraucht wurde...

    Und somit kommen wir zu Deinem nächsten Kritikpunkt: Walter ist kein Großmeister, er organisiert die Treffen, hat keinen Einfluss auf die Gäste... Das habe ich gerade versucht deutlich zu machen, indem ich schrieb, dass er eine Frau in seiner Mitte nie akzeptiert hätte und dass er nicht mal ihr Alter kannte. Walter dachte, dass er durch seine Entdeckung erst am Einfluß bei der Organisation gewinnen würde, aber da hat er sich halt getäuscht...

    Aus diesem Grund war es berechtigt, dass er aus seiner Sicht Angst hatte, ausgeschlossen zu werden.

    Außerdem hatte "mein Walter" keine Angst vor einer Mittdreißigerin. Was ihn geschockt hatte, war, dass seine Entdeckung den anderen bereits bekannt war und er nicht die erhoffte Reaktion (Jubel, Lob, Anerkennung..) erhalten hat. Er hat sehr wohl bei diesem Treffen gemerkt, dass er ausgenutzt wurde und seine Pläne im Bezug auf seine zukünftige Führungsrolle zusammengebrochen sind und lächerlich gemacht wurden. Es erschien ihm so, dass alle sich gegen ihn verschworen haben.Meiner Meinung nach hatte er daher durchaus einen Grund zu der Annahme gehabt, dass er nicht mehr gebraucht wird und vielleicht "entfern" wird.

    Aber nun habe ich genug geschrieben.

    Ich freue mich weiterhin über Kritik und Anregungen!

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Edda, klingt vernünftig was du schreibst. Habt Ihr (du und michbö) denn vor irgendwas zu ändern? Kap 2? Kap 3? Einfach damit klar ist, wo das ganze stattgefunden hat?

    AntwortenLöschen
  6. Eine Sache hab ich trotzdem:

    Zitat Edda: "Er hat zwar einen "Diener", aber das bedeutet nicht, dass Walter Großmeister ist. Der Diener könnte sein Helfer sein, jemand, der dafür bezahlt wird, Walter zu kontrollieren oder auszuspioniern? Es gibt viele Möglichkeiten im Leben vom Walter..."

    Das sehe ich anders. Für mich ist ein Diener eben ein Diener. Wenn ich ehrlich bin, kenne ich niemanden persönlich, der einen Diener hat. Auch kenne ich niemanden, der einen kennt, der einen kennt... Putzfrau ja, Haushaltshilfe auch ja, aber einen persönlichen Diener?

    Und Youseff ist mehr als ein Diener, er ist "sein Schüler und Diener." (steht in Kap 3)
    Er nennt ihn Meister!

    Ein Eindruck liegt gar nicht so fern, dass er so eine Art "geistiger" Meister ist. Großmeister oder wie auch immer.
    Youseff lernt ja scheinbar auch irgendwas bei ihm und dient ihm. Somit sehe ich Walter entweder als einen Großmeister oder... viel mehr Erklärungen hab ich nicht. Höchstens noch SM ;-)
    Ansonsten müsste man annehmen, dass Walter ziemlich realitätsfremd und bisschen verrückt ist. Wer lässt sich schon Meister nennen?

    Aber du hast nie geschrieben, dass es nur Walters größenwahnsinnige Selbsteindrücke sind. Du hast es als Tatsache hingestellt.

    Ich glaube, dass du es trotzdem anders siehst, deswegen versuche ich gar nicht weiter dich zu überzeugen.

    Bin auf jedem Fall gespannt, wie es bei Walter weiter geht. Und das Kompliment von Michbö, dass deine Schreibe toll ist, kann ich auch noch mal bestätigen.

    AntwortenLöschen
  7. Eddas Vorschlag den Anfang des Kapitels 3 zu ändern und Walter zu seinem Haus fahren zu lassen ist der beste und einfachste Vorschlag.
    Da es sich um Dein Kapitel handelt, Edda, machst Du das besser, da der Schreibstil sonst ein anderer wäre.

    AntwortenLöschen