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Extrablatt
Donnerstag, Februar 12, 2009

Kapitel 12: "Quantenbombe"

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Sonntag, November 02, 2008

Kapitel 5: Aufbruch

„Wieso? Was ist …“ begann Simon, doch da wurde er schon von David Moore unterbrochen:
„Hör einen Moment gut zu. Du hast keine Zeit zu verlieren. Schnapp Dir nur das Nötigste. Die Agency ist bereits unterwegs zu Dir, aber ich kann nicht garantieren, dass wir rechtzeitig da sind, bevor Dich andere, ziemlich unangenehme Personen erreichen werden. Daher schlage ich vor, dass wir uns in spätestens 24 Stunden in der uns beiden bekannten Hütte im Genfer Becken treffen. Versuche unorthodoxe Verkehrsmittel zu nehmen oder ganz allein zu reisen. Ich werde auch kurzfristig in Genf erscheinen und Dir dann alles weitere erklären. Für mehr ist jetzt leider kein Zeit. Ich wünsche Dir Glück, Simon.“
Und schon war das doch recht einseitige Telefonat beendet. Es war jetzt halb 11. In 24 Stunden nahe der französischen Grenze zu sein, würde bedeuten das Treffen mit Bachinski absagen zu müssen. Was aber, wenn Bachinski Informationen hatte, die Licht in dieses riesige Dunkel bringen könnten?!
Für solche Überlegungen war jetzt keine Zeit, beschloss Simon. David war, solange er ihn schon kannte, immer der ruhige Fels in der Brandung gewesen, so dass Simon davon ausgehen konnte, dass dieses Mal wirklich Eile geboten war.
Simon schmiss sein schnurloses Telefon, welches er immer noch mit schon weiß gewordenen Knöcheln fest umklammert gehalten hatte, in die Ladestation und machte geschwind 2 Schritte von der Anrichte auf sein teures, aber unbequemes Sofa zu. Das Sofa schien aus einem großen Stück Plastik heraus gesägt worden zu sein und berührte mit allen 4 Seiten den Boden, so dass keine Füße erkennbar waren. Tatsächlich handelte es sich auch um ein großes monolithisches Stück Kunststoff , welches innen, bis auf wenige Aussteifungen, hohl war. Simon stieß das Sofa, mitsamt den Zeitschriften und darauf verstreuten Klamotten um und ergriff den 35 Liter fassenden Notrucksack, den er für eben solche Fälle darunter versteckt hatte. Alle paar Monate, wenn er Notrationen im Rucksack mal wieder nach Verfallsdatum überprüfte, hatte er sich schon gefragt unter welcher Paranoia er augenscheinlich litt. Nun sollte sich allerdings herausstellen, dass er stets gut daran getan hatte, sich ein solches Notbündel zu schnüren.
Wechselklamotten, Riegel und Notrationen mit einigen 1000 Kalorien, Pass, Bargeld, eine bisher nie benutze Kreditkarte zu einem Konto mit einer ausreichenden Summe, sowie verschiedene Survival Ausrüstungsstücke waren enthalten.
Simon schnappte sich seine Jacke und beschloss, mit einem Blick auf seine überall in der Wohnung stehenden Schuhpaare, dass Turnschuhe und Sneaker vielleicht nicht die richtige Schuhwahl sein könnten. Je nachdem würde er Wege einschlagen müssen, die nach besseren Schuhwerk verlangten. Also sprang er in seine knöchelhohen Wanderstiefel und machte die wenigen Schritte zur Tür, bevor er sich nochmal umdrehte.
Schon komisch, seine Wohnung auf diese Art und Weise verlassen zu müssen. Vielleicht würde er nie wieder hier hin zurückkehren.
Simon fasste sich wieder schnell und lief schnellen Schrittes in das Treppenhaus des vierstöckigen Mietshauses. Seine Wohnung befand sich im 2. Stock und er hatte folglich nur 4 kurze Treppenstücke und 2 Podeste vor sich, bis er die Haustür erreichen würde. Was würde er dann tun ? Die Straße hinunterlaufen, eine Menschenmenge suchen und sich dort erst einmal sammeln, um das weitere Vorgehen zu durchdenken ? Was, wenn man ihn bereits vor der Haustür erwartete ?
Plötzlich klingelte es. Gleich mehrmals. Das war ja bei ihm, schoss es Simon durch den Kopf. Instinktiv schloss er die Wohnungstür von außen und huschte 2 Treppenabsätze nach oben, als er den Türsummer hörte. Irgendjemand im Haus musste geöffnet haben. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass es der Postbote war, der ein Paket brachte.
Simon kauerte sich auf den Absatz zum 3. Geschoss und blickte zwischen den Treppenläufen nach unten zu seiner eigenen Wohnungstür. Das könnte gerade mehr als dumm sein, denn falls man ihn suchte, würde man bestimmt auch das ganze Haus absuchen, dachte Simon in dem Moment, als eine gedrungene Gestalt mit lichtem Haar vor seiner Wohnungstür zum Stehen kam und erneut klingelte.
Der Mann im Trenchcoat schien völlig ausser Atem und klopfte gegen die Tür von Simons Wohnung.
„Herr Gross. Bitte öffnen Sie. Ich bin es, Gert Bachinski. Ich muss doch mit Ihnen sprechen.“, sagte der Mann, mit einer kaum mehr zu hörenden Stimme, bevor er sich hinhockte und sich mit dem Rücken zur Tür, völlig entkräftet zu Boden sinken ließ.

3 Kommentare:

  1. Schöne Sache! Dann bin ich jetzt wohl dran.

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  2. Oh, ja! Die Geschichte ist temporeich, sehr gut erzählt und spannend. Es ist raffiniert, wie das Designersofa aus dem Vorkapitel aufgegriffen wurde...
    Der Gert Bachinski muss wohl ebenfalls einen geheimen Informanten haben, denn er scheint erfahren zu haben, dass Simon sich absetzen will und zu seinem Treffen nicht kommt. Aber wer steckt denn dahinter? Wer ist ihm auf den Versen?
    Mit Sicherheit bringt nun Tommes ein wenig Licht ins Dunkle...

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  3. Habe bewusst alles für Bachinski offen gehalten, so kann der nächste ihn genauer klassifizieren, damit wir erfahren, wer hier eigentlich zu wem gehört. Gert muss aber auch keinen geheimen Informanten gehabt haben, sondern konnte vielleicht aus irgendwelchen Gründen nicht mehr bis 14 Uhr warten und hat gehofft Simon vorher abpassen zu können. Oder er ist einer der von David angekündigten unangenehmen Personen...

    Wichtig ist, dass wir nicht aus den Augen verlieren -falls Tom die Simongeschichte aufgreift- dass der Walter-Erzählstrang am Abend zu vor stehen geblieben ist und zeitlich noch nicht auf der gleichen Höhe ist.

    Bin sehr gespannt wie es weitergeht, vor allem weil ich erst nach 3 Kapiteln wieder dran bin und dann viel passiert sein kann.

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