____________________________________________________________________

Extrablatt
Donnerstag, Februar 12, 2009

Kapitel 12: "Quantenbombe"

hier klicken!
____________________________________________________________________
Posts mit dem Label Thema Schreiben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Thema Schreiben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, Oktober 13, 2008

Eschbachs zehn Gebote

Gerade bin ich mal wieder auf Eschbachs Seite gelandet und hab mir seinen 10 Punkte TÜV angeschaut: http://www.andreaseschbach.de/schreiben/page96/page96.html
Zwar kenne ich Seite schon lange, doch finde ich dort immer wieder Neues. So auch heute.

Hintergrund: Als ich gestern mit dem ersten Kapitel fertig war, fragte mich Verena, ob ich es ihr vorlesen würde. Das tat ich natürlich gerne, merkte jedoch , dass der Text an einigen Stellen etwas holprig war. So passte ich ihn geringfügig an und fand, dass er allein aufgrund ein paar kleiner Wörtchen, deutlich gewonnen hatte. Ich dachte, ich hätte eine neue Methode zur effektiven Korrektur von Texten erfunden... doch was musste ich heute bei Eschbach lesen?

Der dritte Schritt: Laut lesen! Einen Text laut vorzulesen ist der beste Test auf sprachliche Qualität, den es gibt. Nicht jeder Text, der gut laut zu lesen ist, ist gut – aber jeder Text, der nicht gut laut zu lesen ist, ist schlecht! Es empfiehlt sich, für das Vorlesen die bisherigen Korrekturen einzuarbeiten und einen neuen Ausdruck zu machen, um eine saubere Vorlage zu haben. Denn Stellen, über die Ihre Zunge beim lauten Lesen stolpert, bedürfen wiederum der Korrektur!

Also hatte ich nichts erfunden. Egal. Denn dafür ich habe noch eine weitere Erkenntnis gewonnen: früher fiel es mir unheimlich schwer, die ersten Sätze zu formulieren. Den Anfang zu finden. Jetzt war es ganz einfach - ich nehme an, dass es duch das regelmäßige Bloggen kommt. Jedoch hab ich viel zu viel Zeit für das bisschen Text aufgewandt. Da ich ja demnächst vorhabe, jeden Tag einen Text diesen Umfangs zu verfassen, darf es nicht länger als eine Stunde dauern. Ich weiß zwar nicht, wie lange ich benötigt habe, aber es war deutlich mehr! Das muss noch besser werden!

€ 22,20

„Das macht zweiundzwanzig Euro zwanzig.
Zweiundzwanzig zwanzig!
Entschuldigung, das macht zweiundzwanzig Euro zwanzig!
Hören Sie?“

Erst jetzt realisierte Simon, dass er selbst gemeint war. Er rief sich in Erinnerung, dass er vor geraumer Zeit, vielleicht vor zwanzig Minuten, nach der Rechung verlangt hatte. Oder waren es nur zehn Minuten? Oder fünf?

„Äh, das ging aber schnell“ stammelte er immer noch geistesabwesend in sich hinein und wandte seinen Blick von den Dokumenten ab, die er seit gut 24 Stunden nicht aus der Hand gegeben hatte. Dokumente, die er immer und immer wieder durchgelesen hatte. Hundertfach! Dokumente, die sein Leben verändern könnten! Würden! Vielleicht sogar das Leben aller! Das Leben an sich? Und jetzt… jetzt ließ ihn dieser Schlowinsly sitzen!

Gert Schlowinsky, so hat er sich am Telefon vorgestellt, Angestellter im BMWi und angeblich ein hohes Tier dort. Er sei in höchster Lebensgefahr, hatte er gesagt. Deshalb wollte er auspacken! Wollte! Die Betonung lag auf WOLLTE! Simon hatte es ja anfänglich für einen schlechten Scherz gehalten, aber seit dem Zeitpunkt, als die Dokumente in der Redaktion angekommen und in seine Hände gelangt waren, wusste er es besser. Seine Meinung hatte sich schlagartig geändert. Er war schockiert. Die Dokumente bewiesen noch gar nichts! Zu viele Textpassagen waren geschwärzt. Zu viele Namen unkenntlich gemacht. Doch Schlowinsky hatte die Originale. Und noch viel mehr, wie er sagte.

„Zweiundzwanzig Euro zwanzig! Hören Sie nicht? Soll ich gleich noch mal wieder kommen?“
Simon schreckte wieder hoch und lächelte die wirklich nett anzuschauende Servicekraft an. Diese blickte nur gehetzt zurück und schüttelte ihre große Geldbörse zweimal.

„Nein, nein!“, Simon beschloss nun sich zu beeilen und kramte hektisch im Portemonnaie. „Zwanzig Euro, zweiundzwanzig, zweiundzwanzig zehn, fünfzehn, siebzehn, neunzehn, zwanzig.“ So wollte er wohl deutlich machen, dass die Dame in Kürze an ihr Geld kommen würde.

Und überhaupt! Zweiundzwanzig Euro zwanzig für ein paar große Milchkaffees und etwas Drumherum! Seit der Euroeinführung schienen sich seine Ausgaben verdoppelt, wenn nicht verdreifacht zu haben. Und wer war schuld? Dieser Schlowinsky! Für um zwei waren sie verabredet, jetzt war schon halb fünf. Ein schlechter Scherz!

Er reichte die handvoll Münzen weiter und erntete sogleich ein eindeutig ironisches „danke schön für das Trinkgeld“. Simon lief rot an. „Na toll! Was für ein Dreckstag!“ er nahm seinen schwarzen Wollmantel, schlug den Kragen hoch und verließ das Cafe. Der Herbstwind empfing ihn mit einem unfreundlichen Stoss. Er stellte sich in den Schutz der Backsteinwand des angrenzenden Wohnhauses und überlegte kurz, wohin ihn sein Tag noch führen sollte. Sein Mobiltelefon klingelte.

„Ja, hier Simon Klausen?“
„Grüß Gott Herr Klausen. Mein Name Xaver Schweinsteifer von der Münchener Kriminalpolizei.“
Simon horchte verdutzt.
„Herr Klausen, ich halte hier gerade ein Handy in der Hand, dessen Nummer Sie in den vergangenen Stunden sechzehn Mal angerufen haben! Können Sie mir das erklären?“.
„Welches Handy? Welche Nummer?“ Simon schaute auf sein Display. Es war die Nummer von Schlowinsky.
„Ja, Herr Schlowinsky und ich waren verabredet. Ist irgendwas passiert?“
„Können Sie aufs Kommissariat kommen? Ich muss etwas mit Ihnen besprechen!“

Freitag, September 19, 2008

Kochen mit Lichtgeschwindigkeit - der quantentunnel macht´s möglich

Ein Versuch einer Kurzgeschichte:

Neulich stand ich wieder in der Küche und habe gekocht!
Ja, ich!
Ein Fertiggericht. In der Mikrowelle.

Dummerweise war der Teller, den ich dafür vorgesehen habe, für unser Mikrowellengerät viiiiel zu groß. Aber mit etwas Geschick und eisernem Willen gelang es mir, den Teller lageoptimal in das Gerät einzupassen. Nach langen 10 min. bei 570 Watt und zahlreichen KLACK-KLACK-Geräuschen (da sich der Teller folgerichtig nicht drehen konnte) machte es KLING und so lief ich erwartungsfroh zu diesem "Freund des hungrigen Mannes Mikrowellenwunderdingsbumms" und holte meine fischzubereitete Lasagne heraus.
Ta-TAA!
Am Esstisch angekommen, musste ich jedoch schnell feststellen, dass meine Freude zu verfrüht war. Stellenweise war die Lasagne zwar brühendheiß, an anderen Stellen dafür nur lau- bis eiskalt! Wie konnte das passieren? Ich suchte nach Erklärungsversuchen...
Also holte ich die Gebrauchsanweisung für die Mikrowelle, mein altes Physikbuch, ein Lineal, einen Taschenrechner, die Fernsehfernbedienung, 250 gr. Kekse und eine Flasche Cola light. All die Sachen würde ich in den nächsten Minuten brauchen.
Zunächst erfuhr ich aus der Gebrauchsanweisung, dass mein häuslicher Mikrowellenherd elektromagnetische Strahlen mit einer Wellenfrequenz von 2,45 GHz pro Sekunde aussendet. Diese Frezenz entspricht in etwa der natürlichen Rotationsfrequenz von Wassermolekülen. Im Klartext: die Wassermoleküle werden bei dieser Frequenz in Rotation versetzt, stoßen auf benachbarte Teilchen und erhitzen. So weit, so gut... aber warum dann die kalten Stellen?
Um strukturiert und wissenschaftlich vorzugehen, nahm ich mein Lineal und fand folgendes heraus: sowohl die Heiß- als auch die Kaltabschnitte meiner Lasagne waren jeweils genau 12,2 cm lang! Das konnte doch kein Zufall sein!? Ich nahm mir eine weitere Lasagne aus dem Tiefkühlfach vor, wiederholte den Versuch, aß dabei sämtliche Kekse auf, zappte im Fernsehen alle Kanäle durch, tippe die Zahl 7353 in meinen Taschenrechner, stellte ihn auf den Kopf, schaute, lachte, trank die Cola light auf, holte mir weitere Kekse, aß sie auf... KLING... schon war mein 10 min.-Versuch zu Ende. Doch was kam heraus? Das gleiche Ergebnis: 12,2 cm!
Bin ich da auf was gestoßen? Hab ich den Ursprung des Universums nachgewiesen? Ist dabei ein Schwarzes Loch entstanden? Fast.
Was ich mit meinen Versuchen tatsächlich nachgewiesen habe, war die Geschwindigkeit, mit der sich Mikrowellen bewegen. Denn schnell in den Taschenrechner eingegeben: 0,122 m x 2 450 000 000 Hz/s = 298 900 000 m/s.
Wahnsinn! LICHTGESCHWINDIGKEIT*! Ich hab es geschafft! Bin ich ein Superheld? Ich habe mit Lichtgeschwindigkeit gekocht!

*Alle Aussagen sind (hoffentlich) wissenschaftlich korrekt und kein Schmu. Und Mikrowellen bewegen sich auch tatsächlich mit Lichtgeschwindigkeit fort (die Wellen selbst, nicht die Geräte!). Die Lichtgeschwindigkeit beträgt jedoch exakterweise 299 792 458 m/s und nicht 298 900 000 m/s, aber diese Ungenauigkeit schiebe ich einfach mal auf mein Lineal, bei dem leider im Bereich zwischen 11 und 13 cm die Markierungen verblichen sind und keine genaueren Ablesungen möglich waren.

Nachwort: gemäß der Nobelpreis-Statuten, bin ich dazu angehalten, alle meine Versuchsutensilien zu verwahren und der Nachwelt zu hinterlassen. Also hab ich an dem Abend nichts mehr von der Lasagne gegessen und werde sie stattdessen morgen dem Deutschen Museum in München zusenden... sofern sie noch da ist wo ich sie gelassen hab (Verena - hast Du die irgendwo gesehen? Ich hab sie vor 3 Wochen in irgendeinen der Schränke getan?)

Dienstag, September 09, 2008

Die Anfänge: Der Katze-und-Pflanze-Roman 2. Kapitel

Und so ging es weiter in unserem fabelhaften Roman:

Kapitel 2

"Die Katze ist manchmal so doof" ,murmelte Pflanze vor sich hin, "man sollte das Vieh wirklich an einem Baum aufknüpfen".
Katze hatte wieder einmal bei einem seiner Streifzüge durch die Wohnung mit seinem scheinbar unkontrollierbar durch die Gegend wedelnden Schwanz eine von Pflanzes Fallen berührt. Wie das aber leider bei solch überzüchteten Venus-Fliegen-Fallen der hiesigen Region nun mal so ist, schließt sich die Falle nicht nur einfach in der Erwartung auf ein leckerers Essen in Form eines Insekts - nein, sie beginnt auch noch langsam schwarz zu werden und schon nach wenigen Tagen abzusterben.
"Prima wieder eine weniger", dachte sich Pflanze und ging auf die Suche nach dem Übeltäter. Katze war schneller gefunden als erwartet, denn plötzlich stand sie neben Pflanze und rief enthusiastisch "Was ist das schön - Du hast ja eine Fliege gefangen!!".
Pflanze wußte gar nicht was sie sagen sollte bei soviel Unverfrorenheit. Doch bei genauerem Hinsehen schien Katze nicht im geringsten von Schadenfreude erfüllt zu sein, sondern wurde eher melancholisch. Hinzu kam ja auch noch, daß sich manchmal, wenn Pflanze im Stress war, die ein oder andere Falle rote Punkte bekam oder von selbst abstarb - aber das mußte Katze ja jetzt nicht erfahren.
"Weißt Du noch wie es war, als Du die erste Fliege gefangen hast - ich kann mich noch gut erinnern, als ich ein kleines Kätzchen war und ein wenig Schwierigkeiten hatte,..." begann Katze einen sehr langen Monolog, der sehr emotionsgeladen war und an die tiefsten Gefühle eines Jäger und Sammlers appelierte. Auch Pflanze erinnerte sich an seine erste Fliege, die ihm eine abgestorbene Falle einbrachte. Dennoch war dies eines der Gespräche, die einem Tränen in die Augen treibt. Was sich Pflanze aber aus zweierlei Gründen nicht erlauben konnte. Einerseits wollte sie natürlich nicht als ein Lulli vor Katze dastehen und andererseits wäre ein Tränchen gar nicht möglich gewesen, da man schon seit Tagen vergessen hatte, sie zu gießen....
Mittlerweile war Katze bei einem ganz anderem Thema angekommen: "Weißt Du das ist gar nicht so schlimm mit Deiner Falle - mir sind schon ganz andere Dinge passiert. Einmal bin ich nämlich im Winter auf meinem Hintern die mit Schnee bedeckten Hügel runtergerutscht - tagelang. Aber ich hatte nicht gewußt, daß auch ich sonnenempfindlich bin und so bekam ich unter meinen Fell einen solchen Sonnenbrand, daß sich meine Haut verkrustete und ich aussah wie ein Monster". Katze machte, um die Geschichte zu untermauern, eine Geste, indem sie beide Vorderpfoten in die Luft streckte und ein Geräusch machte, das etwa so klang "Wrooaah- wraaaooh".
"Schließlich bin ich dann die nächsten Tage ganz alleine im Wald spazieren gegangen, mein Gesicht tief zu Boden gesenkt und weit weg von den anderen Katzen, die sich schön mit Sonnencreme eingerieben hatten."
"Eigentlich eine traurige Geschichte", dachte Pflanze - hatte aber trotzdem Schwierigkeiten ein Grinsen zu unterdrücken, bei dem Gedanken an die filmreife Szene.
"Weißt Du was, laß uns hier nicht so Trübsal blasen", sagte Pflanze, " wir könnten doch stattdessen ..."
"Jaaaah. Laß uns in den Garten gehen- jaaaah", rief Katze und die beiden liefen sofort los.
In den Garten gehen - das hieß meistens, sich nahe an den Grill legen und zu schauen, daß was abfällt, wenn die Menschen Fleisch grillen. So eine Art Fast Food, weil Katze und Pflanze nichts tun mußten, als dazu sitzen, Kalorien in sich hineinzuschlagen und stundenlang über dies und das zu reden. Da wurde dann diskutiert über gelungene oder gescheiterte Beziehungen, entweder von Katze und Pflanze selbst, oder auch von ihren meist gemeinsamen Bekannten. Es wurden Pläne geschmiedet, in welche Länder man als nächstes fährt oder was man macht, wenn man im Lotto gewinnen würde.
"Jetzt mal im Ernst", sagte Katze, "Ich habe mir einen Plan gemacht und mir vorgenommen in Zukunft regelmäßig...."
Pflanze kicherte bereits bei diesen Worten, da solche Pläne meist nur Tage halten und dann mit dem ganzen Enthusisasmus sang- und klanglos untergehen. Aber schließlich machte es ja am meisten Spaß, den Plan aufzustellen.
" - jaja, hör auf zu lachen", fuhr Katze weiter fort, " ich habe mir nämlich einen Laufplan gemacht und will im Herbst einen Katzenmarathon mitlaufen. Ist mein voller Ernst. In der neuen Cat`s Health war nämlich ein Laufplan drin, wie man in 40 Tagen zum Marathon bereit ist. Da fällt mir ein - kauf Dir die Zeitung nicht, kannst sie ja von mir haben. Dann gebe ich Dir auch gleich die Pflanzen Vogue zurück - war wieder nichts für mich drin."
"In der Cat`s Health steht doch jeden Monat das gleiche drin und daß Du den Marathon läufst, glaube ich eh nicht", sagte Pflanze. "Wette um ne Kiste?!", fügte sie hinzu. "Gemacht", war von Katze zu hören und so wollte sie einstimmend sozusagen Pfote auf Falle einschlagen, bremste aber zum Glück kurz zuvor ab, um der stressgebeutelten Pflanze eine weitere abgestorbene Falle zu ersparen.

Geschrieben von pflanze im Sommer 2001.

Montag, September 08, 2008

Die Anfänge: Der Katze-und-Pflanze-Roman

Und so hat damals alles begonnen. Das erste Kapitel des Katze-und-Pflanze-Romans, der die Welt verändern sollte (Das zweite und letzte Kapitel folgt morgen):

Kapitel 1
"Wenn Du keinen Bock hast, dann können wir das gleich bleiben lassen" sagte Pflanze, nippte an ihrer Kölschflasche und streckte demonstrativ ihre gefährlich aussehenden Fallen in alle Richtungen aus.
Katze bekam ein schlechtes Gewissen: "Ich hab ja Lust" antwortete sie "aber Du weiß doch wie das ist –morgens hab ich keine Zeit, weil Katzen lange schlafen müssen, nachmittags bin ich immer so müde und abends ist schon zu spät um irgend was anzufangen – da kommt man einfach zu nichts. Und außerdem muß ich jeden Tag ne Stunde Mäuse jagen. Da siehst Du endlich mal, was du für ein einfaches Leben hast". Katze setzte ihr bestes Unschuldsgesicht auf, wurde jedoch sofort durchschaut und mit einem bösen Blick bestraft.
Nun saßen sie beide da und schwiegen. Sie waren schon tolle Freunde: wie oft haben sie zusammen ferngesehen, mit Papierbällchen Basketball gespielt oder sich einfach gegenüber gesessen und dabei nichts getan. Es gab sogar Tage, an denen sie sich schon ganz früh morgens trafen, um dann sich den ganzen Tag gegenüber zu sitzen und nichts zu tun. Sie selbst nannten es dann Erleuchtungs- oder Lernphasen.
"Kommt wenigstens heute was im Fernsehen" fragte Pflanze, holte dabei ihre Fernsehzeitschift aus ihrem Blumentopf und fing an, in der Zeitschrift zu lesen.
"Was hast du da für eine Zeitschrift ?" fragte Katze und schaute Pflanze über die Schulter. "TV-Today" antwortete Pflanze "die haben wenigstens vernünftige Bewertungen für die Filme ... was hast Du für eine ?".
Nun holte auch Katze ihre Zeitschrift aus dem Rucksack: "Hab die TV-Spielfilm – ich find den Starguide so toll, da kann man immer schauen, welcher Schauspieler in welchem Film mitspielt".
"Die ist Schrott, das sag ich Dir jetzt schon und deinen Starguide kannst Du voll in die Tonne kloppen" sagte Pflanze ziemlich lässig, holte ein Blatt Papier und Stift aus einem Versteck unter einer der Wurzeln raus und fing an, etwas aufzuschreiben.
"Was machst du denn da ? Zeig mal!" fragte Katze erstaunt.
"Nen Fernsehplan, aber den zeig ich Dir nicht . Mußt schon selber einen machen. Ich will sehen welche Sachen Du aufschreibst und so einen guten Geschmack hast wie ich.." antwortete Pflanze.
Nach einer Weile war Katze mit ihrem Plan fertig und schlug vor nun die beiden Pläne zu vergleichen. "Ich hab den Film *die trockene Hosen auf dem Grunde des Meers* aufgeschrieben" sagte Katze als Erste ziemlich stolz. "Das ist Müll" holte sie die Pflanze auf den Boden der Tatsachen wieder zurück "den brauchst Du Dir gar nicht anschauen – hab ich in der Überraschungspremiere gesehen – ich hab was wirklich Gutes: nächste Woche Donnerstag kommt ne tolle Doku übers Tauchen. Ich mach nämlich nächstes Jahr im Urlaub einen Tauchschein. Hab mir schon alles genau überlegt – wahrscheinlich fahre ich nach Ägypten oder in die Türkei für 10 Tage. Da kann man direkt den blauen Tauchschein machen und darfst sofort tauchen. Hier bei uns dauert das mindestens 2 Monate und ist heidenteuer" antwortete Pflanze und sah dabei noch souveräner aus als sonst.
"Das ist ja toll – da bin ich ja mal gespannt" stellte Katze mit einem Grinsen auf dem Gesicht fest, als ob sie damit ausdrücken wollte, daß sie der Pflanze die Geschichte nicht abnimmt: "können Pflanzen denn überhaupt schwimmen?".
"Ach komm, hau ab" sagte Pflanze böse durch die Zähne "du glaubst einem ja nie wat, da kann man erzählen, was man will...wollen wir wetten, daß ich das mach ?" "Kiste?" antwortete Katze. "Standard" sagte Pflanze. Und so ging mal wieder ein schöner Lerntag zu Ende...

Geschrieben von Katze im Sommer 2001.