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Extrablatt
Donnerstag, Februar 12, 2009

Kapitel 12: "Quantenbombe"

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Sonntag, Oktober 19, 2008

Kapitel 2: Cern

Das späte Abendlicht fiel durch die halb geöffneten Rollläden des kleinen Büros in Richtung des mit Zeichnungen übersähten Schreibtisches.
Walter hielt das bauchige Glas den Lichtstrahlen entgegen.
Eine fast schwarze Farbe hatte der Wein.
Erneut steckte Walter seine Nase tief in das Glas, um alle Duftelemente in sich aufzusaugen.
Sauerkirsche, Cassis und Teergeruch schien ihn komplett zu umgeben und der erste Schluck schwemmte ein ganzes Aromenspiel von Früchten, Holz und Bitterschokolade in seinen Mund.
Ja, so konnte man es sich gut gehen lassen.
Für irgendwas musste er ja das ganze Geld ausgeben, denn jünger wurde er nicht gerade. Die an sich mausbraunen Schläfen waren mittlerweile graumeliert und 2 tiefe Denkerfalten schienen sich gerade erst in den letzten 5 Jahren auf seiner Stirn breit gemacht zu haben.
Die Arbeit am Teilchenbeschleuniger LHC in Genf setzte ihm sehr zu.
Feierabend - so ein Wort kannte Walter gar nicht.
Seine Kollegen wussten seine Arbeitswut und seine Loyalität mehr als zu schätzen. Oft erhielt er Zusatzaufträge, die er noch neben seinem hohen Arbeitspensum abzuleisten hatte. Aber das hatte auch ungeahnte Vorteile für ihn: Niemand steckt so sehr in allen Details wie er.
So war es geplant gewesen- schon vor 5 Jahren. Nur so konnte man eine absolute Vertrauensbasis schaffen.
Walter nahm noch einmal einen tiefen Schluck. Ein kehliges Stöhnen von Wohlgefallen begleitete den feinen Geschmack von Schwarzkirsche und frischer Erde, der sich an seinem Gaumen breit machte.
Er stellte das Glas auf die kleine Anrichte hinter seinem Schreibtisch und beugte sich sogleich wieder tief über die Gesamtübersichten im Zweihundertstel Maßstab. Hier und da hatte er rote Markierungen am gezeichneten Verlauf des Beschleunigers hinterlassen. "Es ist Zeit, sich festzulegen", murmelte Walter vor sich hin und umfuhr mit einem schwarzen Edding einen kleinen Bereich auf der Zeichnung. "Hier. Genau hier."

3 Kommentare:

  1. Sehr gelungen finde ich hier übrigens den Cliffhänger.

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  2. Aber ein Kompliment an deine Schreibweise sollte hier auch nicht fehlen. Ich habe den Wein quasi geschmeckt! Sehr geil!
    Aber was im Gottes Namen führt er im Schilde...Dieser Schuft!

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  3. Hallo Ihr Literaten! Das nächste Kapitel erscheint definitiv erst nächsten Sonntag. Aber Ihr dürft Euch schon freuen - es wird ein Knüller!

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