(früherer Post, thematisch angepasst)
Einen Roman zu schreiben ist gar nicht so einfach. Einen guten Roman, schon mal gar nicht. Aber damit verrate ich sicherlich nichts Neues... und alle, die es schon mal versucht haben, werden es sicherlich bestätigen können.
Aber was gehört zu einem guten Roman:
- ein spannender, fesselnder Einstieg?
- ein schlüssiger und spannender Plot?
- realistische und authentische Charaktere?
- ein Ende, das dem Rest des Buches würdig ist?
Ja. Alles. Insbesondere das Ende. Nichts ärgert mich persönlich mehr*, als wenn ein Buch über hunderte von Seiten unheimlich spannend ist, ich es quasi aufsauge, verschlinge, mit den Protagonisten mitleide, mir tagelang das Hirn zermatere, wie sich die Protagonisten aus einer quasi ausweglosen Situation befreien könnten... und am Ende... am Ende ist alles SO BANAL.
Klar, je auswegloser eine Situation für die Protagonisten ist, desto spannender ist das Buch auch in der Regel. Ich habe nur den Eindruck, dass einige Schriftsteller es so auf die Spitze treiben, dass der Protagonist im Grunde gar nicht mehr die Chance hat, alleine aus so einer "ausweglosen" Situation heraus zu kommen! Schließlich heißt es ja auch AUSWEGLOS! Nur ein Wunder könnte ihm noch helfen... und dieses kommt dann auch promt und alle Probleme lösen sich auf, z. B.:
- ein an den Haaren herangezogener Geistesblitz;
- eine Person, die angeblich die ganze Zeit im Hintergrund die Fäden zog, greift ein und bringt alles ins Lot;
- der Antagonist (z. B. ein Mafiaboss, der den Protagonisten über 20 Kapitel gejagt hat) verstirbt plötzlich an einem Herzinfarkt oder hat (aus was für Gründen auch immer) auf ein mal kein Interesse mehr "ich töte ihn nicht - sicherlich kann er mir im Folgeroman sehr nützlich sein";
- irgendwas anderes, das ganz überraschend aus dem Hut gezaubert wird und so eigentlich gar nichts mit dem Rest der Geschichte zu tun hat.
Vielleicht sind die Beispiele nicht so "auf den Punkt" gewählt, aber ich denke, dass man erkennen kann, was gemeint ist. Und sicherlich hab Ihr auch ganz viele eigene Beispiele!
Bei einem ganz speziellen Schriftsteller (den ich nicht schon wieder nennen will, sonst glaubt manch einer, dass ich nur einen kenne) habe ich mir vorgenommen, einfach die letzten 2 Kapitel auszulassen und mir den Ausgang selbst auszudenken. Leider habe ich bei dem letzten Buch von ihm, das ich ausgelesen habe, es nicht geschafft - im letzen Augenblick dachte ich, dass das Buch so gut gewesen sei und der Schriftsteller sicherlich aus seinen früheren Fehlern gelernt haben muss... hat er aber nicht. Und ich habe mich wieder geärgert!
Ich hoffe, dass wir das Ende bei dem Blogroman besser hinkriegen als dieser besagte Schriftsteller. Aber einfach wird es nicht! Zumal sich die Autorenriege noch nicht auf ein verbindliches Ende festlegen wollte. Auch nicht auf eine verbindliche Zeitdauer! Da muss ich noch etwas Überzeugungsarbeit leisten.
Doch einen Tipp will ich noch loswerden:
Seit ein paar Wochen verwende ich das Programm yWriter und bin wirklich begeistert! Gekommen bin ich darauf über Jacqueline Vellguth (vielen Dank dafür!). Auch ich kann es jedem nur empfehlen!
* Bei den anderen 3 Punkten, kann ich das Buch rechtzeitig aus der Hand legen.






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