____________________________________________________________________

Extrablatt
Donnerstag, Februar 12, 2009

Kapitel 12: "Quantenbombe"

hier klicken!
____________________________________________________________________

Freitag, September 19, 2008

Kochen mit Lichtgeschwindigkeit - der quantentunnel macht´s möglich

Ein Versuch einer Kurzgeschichte:

Neulich stand ich wieder in der Küche und habe gekocht!
Ja, ich!
Ein Fertiggericht. In der Mikrowelle.

Dummerweise war der Teller, den ich dafür vorgesehen habe, für unser Mikrowellengerät viiiiel zu groß. Aber mit etwas Geschick und eisernem Willen gelang es mir, den Teller lageoptimal in das Gerät einzupassen. Nach langen 10 min. bei 570 Watt und zahlreichen KLACK-KLACK-Geräuschen (da sich der Teller folgerichtig nicht drehen konnte) machte es KLING und so lief ich erwartungsfroh zu diesem "Freund des hungrigen Mannes Mikrowellenwunderdingsbumms" und holte meine fischzubereitete Lasagne heraus.
Ta-TAA!
Am Esstisch angekommen, musste ich jedoch schnell feststellen, dass meine Freude zu verfrüht war. Stellenweise war die Lasagne zwar brühendheiß, an anderen Stellen dafür nur lau- bis eiskalt! Wie konnte das passieren? Ich suchte nach Erklärungsversuchen...
Also holte ich die Gebrauchsanweisung für die Mikrowelle, mein altes Physikbuch, ein Lineal, einen Taschenrechner, die Fernsehfernbedienung, 250 gr. Kekse und eine Flasche Cola light. All die Sachen würde ich in den nächsten Minuten brauchen.
Zunächst erfuhr ich aus der Gebrauchsanweisung, dass mein häuslicher Mikrowellenherd elektromagnetische Strahlen mit einer Wellenfrequenz von 2,45 GHz pro Sekunde aussendet. Diese Frezenz entspricht in etwa der natürlichen Rotationsfrequenz von Wassermolekülen. Im Klartext: die Wassermoleküle werden bei dieser Frequenz in Rotation versetzt, stoßen auf benachbarte Teilchen und erhitzen. So weit, so gut... aber warum dann die kalten Stellen?
Um strukturiert und wissenschaftlich vorzugehen, nahm ich mein Lineal und fand folgendes heraus: sowohl die Heiß- als auch die Kaltabschnitte meiner Lasagne waren jeweils genau 12,2 cm lang! Das konnte doch kein Zufall sein!? Ich nahm mir eine weitere Lasagne aus dem Tiefkühlfach vor, wiederholte den Versuch, aß dabei sämtliche Kekse auf, zappte im Fernsehen alle Kanäle durch, tippe die Zahl 7353 in meinen Taschenrechner, stellte ihn auf den Kopf, schaute, lachte, trank die Cola light auf, holte mir weitere Kekse, aß sie auf... KLING... schon war mein 10 min.-Versuch zu Ende. Doch was kam heraus? Das gleiche Ergebnis: 12,2 cm!
Bin ich da auf was gestoßen? Hab ich den Ursprung des Universums nachgewiesen? Ist dabei ein Schwarzes Loch entstanden? Fast.
Was ich mit meinen Versuchen tatsächlich nachgewiesen habe, war die Geschwindigkeit, mit der sich Mikrowellen bewegen. Denn schnell in den Taschenrechner eingegeben: 0,122 m x 2 450 000 000 Hz/s = 298 900 000 m/s.
Wahnsinn! LICHTGESCHWINDIGKEIT*! Ich hab es geschafft! Bin ich ein Superheld? Ich habe mit Lichtgeschwindigkeit gekocht!

*Alle Aussagen sind (hoffentlich) wissenschaftlich korrekt und kein Schmu. Und Mikrowellen bewegen sich auch tatsächlich mit Lichtgeschwindigkeit fort (die Wellen selbst, nicht die Geräte!). Die Lichtgeschwindigkeit beträgt jedoch exakterweise 299 792 458 m/s und nicht 298 900 000 m/s, aber diese Ungenauigkeit schiebe ich einfach mal auf mein Lineal, bei dem leider im Bereich zwischen 11 und 13 cm die Markierungen verblichen sind und keine genaueren Ablesungen möglich waren.

Nachwort: gemäß der Nobelpreis-Statuten, bin ich dazu angehalten, alle meine Versuchsutensilien zu verwahren und der Nachwelt zu hinterlassen. Also hab ich an dem Abend nichts mehr von der Lasagne gegessen und werde sie stattdessen morgen dem Deutschen Museum in München zusenden... sofern sie noch da ist wo ich sie gelassen hab (Verena - hast Du die irgendwo gesehen? Ich hab sie vor 3 Wochen in irgendeinen der Schränke getan?)

4 Kommentare:

  1. Oh ja,

    jeder kocht anders. Ein sehr unterhaltsamer post. Da kann ich mir ja morgen das Fernsehen sparen, hier hatte ich Tim Mälzer und Aiman Abdallah zusammen...

    AntwortenLöschen
  2. Wieso kannst du dir das Fernsehen sparen? Fernsehen kann man sich nicht sparen! Ich schaue gerade Plan 9 from outer space (s. Fernsehtipp unten). Zum Kaputtlachen!

    AntwortenLöschen
  3. Da kannst du ja froh sein, dass die Lasagne länger bzw. breiter als die Wellenlänge (λ=c/f) war... ich kenne jedenfalls auch kleinere Fertig-Lasagnen. :)

    AntwortenLöschen
  4. Ich hab übrigens die Kurzgeschichte mal in der "Schreibwerkstatt" veröffentlicht. Das waren die Kommentare:
    http://www.schreibwerkstatt.de/leichte-kueche-mit-lichtgeschwindigkeit-t6213.html

    AntwortenLöschen